Pseudomembranöse Colitis 1
Dauer: 02:13 Min.

Pseudomembranöse Colitis - Fallbeispiel 1


Autor: Prof. em. Dr. med. S. Liebe, Universität Rostock, Rostock, Deutschland
Aus: Falk Media Service D34, Videofilme aus der Endoskopie-Praxis - Ausgewählte Erkrankungen des Kolons
2. Auflage 2012. © Falk Foundation e.V. Alle Rechte vorbehalten.


Klinik
Bei dem 68-jährigen Patienten war es nach der antibiotischen Behandlung einer eitrigen Bronchitis mit einem Cephalosporin zu Durchfällen, Abgeschlagenheit und leichtem Fieber gekommen. Wegen des beeinträchtigten Allgemeinbefindens wurde der Patient stationär eingewiesen.

Video
Im Video sind Sigma und Colon descendens bei einem Patienten mit schwerer pseudomembranöser Colitis zu sehen. Es finden sich runde erhabene Plaques von meistens gelblicher Farbe, die fest auf einer entzündlich veränderten Schleimhaut sitzen. Stellenweise konfluieren die Plaques. In einigen wenigen Bereichen füllen die Pseudomembranen das Lumen des Darmes aus. Eine erhebliche Schleimbildung ist erkennbar.

Kommentar
Die pseudomembranöse Colitis zeigt endoskopisch ein typisches Bild und ist bei voller Ausprägung eine Blickdiagnose. Bei geringer Ausprägung sitzen diese Plaques einzeln und die umgebende Schleimhaut kann eine normale Gefäßzeichnung aufweisen. Bei schwerer Ausprägung konfluieren sie und können die gesamte Kolonwand bedecken, so dass das Lumen des Kolons durch weißlich-gelbliche schleimige Massen eingeengt erscheint. Die Erkrankung befällt das gesamte Kolon, jedoch meist mit Schwerpunkt im Rektosigmoid. Bei klarer makroskopischer Diagnose im Rektum oder Sigma muss keine hohe Koloskopie erzwungen werden, da besonders bei schwerem Verlauf die Gefahr einer Perforation besteht.Eine pseudomembranöse Enterocolitis kann sich im Zusammenhang mit einer Antibiotikabehandlung oder bei immunsupprimierten Patienten entwickeln. Am häufigsten finden sich als Ursache eine vorausgegangene Behandlung mit Cephalosporin, Clindamycin, Ampicillin oder Amoxicillin. Die Erkrankung wurde aber auch im Zusammenhang mit vielen anderen Antibiotika beobachtet. Ursache ist eine Veränderung der normalen Darmflora mit Überwucherung durch toxinproduzierende Stämme von Clostridium difficile. Die klinische Symptomatik reicht von wässriger Diarrhö bis zu schwersten klinischen Krankheitsbildern mit Fieber, Leukozytose, Elektrolytverschiebung und Dehydratation. Die Colitis kann zu Perforation oder toxischem Megakolon führen.

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